Der Künstler

Der von Reynaldo Ari Apaza gewählte Künstlername K’akachi ist eine Hommage an die Erde seiner Vorfahren und das Dorf Kakachi, in dem seine Vorfahren lebten und sein Vater aufgewachsen ist. Das Dorf liegt in der Provinz Huancane in der Nähe des Titikakasees. Seine gesamte Familie gehört der alten Kultur der Aymara an, deren Sprache und Traditionen durch die Wanderung vieler Aymara von den Anden nach Lima bis heute auch in der Hauptstadt Perus weiter gepflegt werden.

K'akachi
K’akachi in seinem Atelier in Delmenhorst bei Bremen

So ist Reynaldo K’akachi in einem Ambiente von traditioneller Musik, Tänzen und alten Bräuchen aufgewachsen. Bereits in seiner Kindheit fühlte er eine starke Energie, die ihn anregte, ihn inspirierende Motive mit Buntstiften auf Papier zu bannen. Im Alter von vier Jahren wurde durch das Modell einer mit Bonbons gefüllten Mühle, die er immer wieder zeichnete, seine Neugierde für andere Kulturen und Kontinente geweckt. Später prophezeite ihm sein Großvater, der ein Schaman war, dass er eines Tages eine große Reise über den Ozean machen würde.

Neben der Malerei ist die Musik ein wichtiger Teil seines Lebens. Von Kind an spielte er die traditionelle Siku (eine peruanische Panflöte) im Dialog mit zwanzig und mehr Mitspielern. Er gründete verschiedene Musikgruppen, die mit alter und moderner Musik, wie Cumbia etc. auftraten.

In dem von seinen Brüdern und anderen Aymara gegründeten Kulturzentrum YATICHAWI gab er in seinem Stadtteil San Hilarion in Lima viele Jahre seine Kenntnisse der Malerei und Musik an Kinder und Jugendliche weiter. Der regelmäßigen Austausch mit Künstlern und Künstlerinnen war für ihn bereits während seines sechsjährigen Studiums an der Kunsthochschule Nacional de Bellas Artes in Lima wichtiger Bestandteil seiner künstlerischen Entwicklung. Sie führte nach seinem Studium zur Gründung der Künstlergruppe „Expresión Perú“, für die er das Management in Europa übernommen hat. In Bremen ist er Mitglied der Künstlergruppe „5 Brücken“, der neben ihm Künstler aus Polen, Togo, Bangladesh und Deutschland angehören.

Heute ist K’akachi ein vielseitiger zwischen den Welten wandelnder Künstler. Er fühlt sich nicht nur dem kleinen Dorf Kakachi und Lima, der multikulturellen Stadt seiner Kindheit, Jugend und Studienzeit, sondern auch der kulturellen Vielfalt, der er in Deutschland begegnet, stark verbunden.